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Pressemeldung: Positionspapier zur aktuellen Pflegepolitik

Lesen Sie hier die Pressemitteilung des Netzwerks Familie in der Hochschule e.V. zum Positionspapier zur aktuellen Pflegepolitik.

 

Pressemitteilung  11. November 2019 
Who cares?  Positionspapier zur aktuellen Pflegepolitik 
Netzwerk Familie in der Hochschule e.V.


Das Netzwerk Familie in der Hochschule e.V. ist ein Zusammenschluss von rund 120 Hochschulen, einem Studentenwerk sowie dem Centrum für Hochschulentwicklung (CHE). Die Mitgliedseinrichtungen des Netzwerks  positionieren sich in einem gemeinsamen Papier zur aktuellen Pflegepolitik. Damit lenken sie den Blick auf die Bedingungen, unter denen Pflege durch Angehörige auf informeller Basis in den Familien stattfindet. Anders als die Probleme im professionellen Pflegesektor erfährt dieses Thema bislang wenig öffentliche Aufmerksamkeit.  Die letzte große Pflegereform (Pflegestärkungsgesetze I-III) brachte keine tragfähigen Lösungen. Mit einer Pflegeversicherung, die nur einen Teil der Pflegekosten deckt und dem Leitsatz „ambulant vor stationär“ folgt, müssen Familien weiterhin Versorgungslücken schließen. Mit der Reform wurde vielmehr ein familienbasiertes Pflegesystem verfestigt, das immer noch vor allem Frauen unbezahlte Sorgearbeit abverlangt – und zwar auf Kosten gleichberechtigter Erwerbstätigkeit, sozialer Absicherung und eigener Gesundheitserhaltung. Das Positionspapier greift Möglichkeiten und Grenzen der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf im gegenwärtigen Pflegesystem auf und kritisiert die hohen bürokratischen Hürden sowie den mangelnden Praxisbezug der aktuellen gesetzlichen Vorgaben. Neben einer Darstellung der Probleme, denen pflegende Angehörige gegenüber stehen, enthält das Papier auch Vorschläge für sozialpolitische Reformen. Gefordert werden die Umwandlung der Pflegeversicherung in eine Vollversicherung auf solidarischer Finanzierungsbasis, die Verbesserung bestehender gesetzlicher Regelungen, die Schaffung von Anreizen für eine geschlechtergerechte Verteilung von Pflegeaufgaben sowie die Unterstützung von pflegenden Angehörigen durch Arbeitgeber*innen. Hierzu sind konkrete Handlungsideen formuliert, die seit den Reformen der 1980er Jahre in den skandinavischen Ländern wirksam sind. Der Verein ruft die Politik gleichzeitig dazu auf, den Blick für visionäre Transformationsansätze zu weiten. Das übergeordnete Ziel politischen Handelns sollte die Schaffung eines zukunftsfähigen Pflegesystems sein, welches den Pflegebedürftigen ein würdiges Leben ermöglicht und gleichzeitig ihre Angehörigen wirksam entlastet. Familie in der Hochschule e.V versteht sich als Vorreiter*in bei der gesellschaftlichen Entwicklung hin zu mehr Familienorientierung und Wertschätzung von Vielfalt an Hochschulen. Hierzu bekennen sich die Mitgliedseinrichtungen mit ihrem Beitritt zum Verein durch die Unterzeichnung der Charta „Familie in der Hochschule“. Das Positionspapier als pdf zum Download und weiterführende Informationen finden Sie auf den Internetseiten des Vereins: www.familie-in-der-hochschule.de.    

Kontakt: kontakt@familie-in-der-hochschule.de

 

Quelle: Familie in der Hochschule e. V.